Geschichte

1945 bis 1976 – Football in amerikanischen Kasernen
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs spielten viele in Deutschland stationierte US-amerikanische Soldaten Football in ihren Kasernen und Wohnsiedlungen. Das erste größere Footballspiel wurde zwischen zwei Kasernenmannschaften im Frankfurter Waldstadion (heute Commerzbank-Arena) ausgetragen, das von den Besatzungstruppen in Victory Stadium umbenannt wurde. Bis Juli 1946 fanden dort regelmäßig Footballspiele der US-Soldaten statt. Danach wurde das Stadion für Deutsche Fußball-Mannschaften freigegeben und immer weniger für American Football genutzt. Bis 1977 wurde der Sport fast ausschließlich durch stationierte US-Soldaten weitergeführt. Die meisten Spiele wurden in den Kasernen ausgetragen, zu denen nur die Soldaten Zutritt hatten. So wurde der Sport in Deutschland fast gar nicht bekannt. Dieses änderte sich 1976, als die Texas A&M Javelinas, das Footballteam der Texas A&M University und das der Henderson State University, nach Europa kamen. Sie spielten in Deutschland im ausverkauften Berliner Olympiastadion (17-8), im Mannheimer Stadion am Alsenweg (20-6) und im Städtischen Stadion (heute easyCredit-Stadion) in Nürnberg (17-15). Obwohl die meisten Zuschauer in Mannheim und Nürnberg stationierte Soldaten waren, machten die Spiele der Javelinas den American Football in Deutschland populärer.

1977 bis 1981 – Gründung des ersten deutschen Football-Vereins
Der erste Football-Verein in Deutschland waren die Frankfurter Löwen, die 1977 von Alexander Sperber und Wolfgang Lehneis gegründet wurden. Sperber studierte Architektur in Frankfurt, wo er an der Frankfurt Junior Highschool und der Frankfurt Highschool Football gespielt hatte. Danach studierte er Kunst in den USA. Lehneis konnte den Soldaten-Footballfernsehsender American Forces Network empfangen und auf diese Weise theoretische Football-Grundlagen sammeln. Die Mannschaft bestand zunächst im Wesentlichen aus US-Amerikanern und wenigen Deutschen und bestritt ausschließlich Spiele gegen Mannschaften anderer Militärstützpunkte aus der näheren Umgebung, die sie meist hoch verloren. Am 1. Mai 1978 wurden die Düsseldorf Panther, der zweite deutsche Footballverein, gegründet. Es folgten die Munich Cowboys, die Ansbach Grizzlies, die Bremerhaven Seahawks und die Berlin Bären (heute Berlin Adler). Nach der Gründung des American Football Bund Deutschland (AFBD) im März 1979, nahmen die Mannschaften den geregelten Spielbetrieb auf. Das erste Spiel der neugegründeten Liga unter dem AFBD gewannen die Frankfurter Löwen am 4. August 1979 vor etwa 4.000 Zuschauern mit 38:0 gegen die Düsseldorf Panther. Vor allem aufgrund der vielen erfahrenen US-Amerikaner im Kader der Löwen konnten diese die Deutsche Meisterschaft, Vorläufer des German Bowl, für sich entscheiden. Das in Frankfurt ausgetragene Spiel gewannen die Frankfurter vor etwa 400 Besuchern mit 14:8 gegen die Ansbach Grizzlies. Der Zuschauerschnitt der Liga lag 1979 bei etwa 600, wobei die letztplatzierten Düsseldorf Panther mit zirka 2.000 Zuschauern pro Spiel den höchsten Schnitt aufweisen konnten.

Wegen des schlechten Abschneidens der NRW-Vereine wurde eine Initiative ins Leben gerufen, um die amerikanische Beteiligung zu reduzieren. Die Führung des AFBD war nicht damit einverstanden, da dies einen massiven Einschnitt in die Spielqualität darstelle. Meinhard Pfanner, der damalige Präsident der Düsseldorf Panther, gründete zusammen mit einigen anderen Mannschaften hauptsächlich aus Nordrhein-Westfalen einen eigenständigen, vom AFBD unabhängigen, Spielbetrieb mit amerikanischer Beschränkung. Daraus wurde der American Football Verband (AFV), der den Spielbetrieb in der Nordwestdeutschen Football Liga (NFL) parallel zur Liga des AFBD aufnahm. Das Endspiel des AFBD gewannen die Frankfurter Löwen erneut gegen die Ansbach Grizzlies, diesmal mit einem Endstand von 21:12 vor etwa 4.000 Zuschauern in Frankfurt. Die Düsseldorf Panther, die inzwischen auch amerikanische Spieler in ihren Reihen hatten, konnten sich im AFV-Endspiel gegen die vorher stark favorisierten Bremerhaven Seahawks durchsetzen. Vor etwa 8.000 Besuchern gewannen sie mit 15:6 im Essener Grugastadion. Im Jahr darauf versuchten die deutschen Vereine, den Konflikt zwischen den beiden Footballverbänden zu bereinigen und einen gemeinsamen Verband zu gründen. Diese Versuche scheiterten jedoch am AFBD und dessen amtierendem Präsidenten Paolo Wölker. Erstmals konnten sich in der AFBD-Meisterschaft die Ansbach Grizzlies gegen die Löwen durchsetzen. Sie gewannen das Endspiel am 25. Oktober 1981 mit 27:6 vor einem Publikum von 2.500 Zuschauern im Kölner Südstadion. AFV-Meister wurden wieder die Panther aus Düsseldorf. Sie setzten sich im Parkstadion in Gelsenkirchen vor 11.000 Zuschauern mit 34:18 gegen die Mannheim Redskins durch. Das zunächst geplante Spiel zwischen den Meistermannschaften der beiden Verbände im Heimstadion der Mönchengladbach Mustangs entfiel wegen zu hoher finanzieller Forderungen des AFBD.

Im Jahr 1981 fand ebenfalls das erste Spiel der Deutschen Nationalmannschaft statt. Die Spieler stammten aus den Reihen der AFBD Mannschaften, alle Mannschaften sollten vertreten sein. Bundestrainer war Wolfgang Lehneis, der später auch der erste deutsche Chef-Trainer von den Frankfurter Löwen wurde. Gewinner des Hinspiels in Italien in Castelgiorio war die deutsche Mannschaft mit 12:6. Das Rückspiel im Südstadion in Köln verlor das Auswahlteam gegen die hoch überlegene Italienische Nationalmannschaft.

1982 bis 1989 – Anfänge des organisierten Spielbetriebes unter dem AFVD
Der AFBD unter der Führung von Präsidenten Jürgen Grahmke aus dem NRW löste sich aufgrund finanzieller Probleme am 16. Oktober 1982 auf und stellte den Spielbetrieb ein. Daraufhin gründete der AFV nach einer Öffentlichen Abstimmung aller Verbände und Vereine den American Football Verband Deutschland (AFVD). So wurde erstmals eine Meisterschaft zwischen allen Mannschaften Deutschlands ausgetragen, deren Endspiel als 1. Deutscher Super Bowl bezeichnet und später in German Bowl umbenannt wurde. Das erste Endspiel gewannen die Ansbach Grizzlies, die vor rund 8.000 Besuchern im Grugastadion Essen gegen die Cologne Crocodiles antraten. Seit dem Zusammenschluss der beiden Ligen begannen deutsche Spieler eine wichtigere Rolle in den Spielen zu übernehmen, so wurde der Runningback der Düsseldorf Panther, Markus Becker, von 1983 bis 1986 jedes Mal zum German-Bowl-MVP, dem wertvollsten Spieler, gewählt. Im Laufe der Jahre stiegen die Zuschauerzahlen der Ligaspiele auf durchschnittlich mehr als 1.000 und der deutsche Footballsport erreichte seinen ersten Höhepunkt, was hauptsächlich an der Umorientierung vom reinen Sport zum „Sportevent“ mit Rahmenprogramm wie Musik und Verpflegung lag. Aufgrund der guten Leistungen deutscher Spieler beschloss der AFVD, die Anzahl der einsetzbaren US-Amerikaner zu begrenzen, um dadurch die deutschen Spieler stärker zu fördern und zu fordern.

1983 fand der erste Vergleich zwischen Deutschland und dem Ursprungsland des Sports, den Vereinigten Staaten von Amerika, statt. Zwei deutsche Auswahlmannschaften traten gegen das College-Team der University of Missouri an. Die beiden Spiele in Essen und Stuttgart verloren die deutschen Mannschaften mit großem Rückstand. In diesem Jahr gelang den Düsseldorf Panthern die erste Perfect Season in der Geschichte der Liga, nachdem sie alle zwölf Spiele bei einer Punktebilanz von 505:54 gewinnen konnten. Bis ins Jahr 1986 dominierten die Panther gemeinsam mit den Ansbach Grizzlies die Liga. Letztere waren von 1979 bis 1986 in jedem German Bowl vertreten und konnten davon drei für sich entscheiden. Die Panther standen von 1983 bis 1986 im Endspiel um die Trophäe und siegten ebenfalls dreimal. Die Zuschauerzahlen stiegen vor allem in Ansbach und Düsseldorf noch weiter an, und die Endspiele wurden durchschnittlich vor einem Publikum von 10.000 Personen ausgetragen. 1987 begann die Hochphase der Berlin Adler unter Cheftrainer Billy Brooks, der vorher in der NFL gespielt hatte. Von 1987 bis 1994 konnten die Adler eine Bilanz von 85 Siegen bei lediglich 6 Niederlagen vorweisen. Sie dominierten im German Bowl 1987 vor 17.000 Zuschauern im überfüllten Mommsenstadion und gewannen mit 37:12 gegen die Badener Greifs.

Das erste Frauenfootballspiel in Deutschland fand, nach Gründung diverser Teams im Jahr 1986, ebenfalls 1987 statt. Die Frauenmannschaft der Berlin Adler trat gegen eine Frauenauswahl aus den Mannschaften der Hannover Ambassadors und Cologne Crocodiles an. Am 27. September gewann die Auswahl der Crocodiles und Ambassadors mit 56:20 gegen die Berliner. Auf dieses Spiel folgten viele Freundschaftsspiele der damals etwa zehn Frauenmannschaften in ganz Deutschland.

Da das Mommsenstadion beim German Bowl 1987 nicht genügend Platz für alle Besucher hatte, wurde mit der Stadt Berlin vereinbart, das nächste Endspiel im dortigen Olympiastadion auszutragen. Da die Berlin Adler sich bereits im Halbfinale den Düsseldorfern geschlagen geben mussten und somit kein Berliner Team am German Bowl teilnahm, kamen 1988 nur 11.000 Zuschauer zum Endspiel. Viele Mannschaften verpflichteten einen US-amerikanischen Quarterback, Runningback und Linebacker, die Schlüsselpositionen eines Footballteams, die damit wieder eine wichtige Rolle einnahmen. Daraus folgten stärkere Offense-Leistungen, was das Spiel noch attraktiver für Besucher machte. Manche Vereine konnten dadurch ihre Zuschauerzahlen verdoppeln. Die Berlin Adler setzten sich im German Bowl wieder durch und gewannen mit 30:23 vor knapp 11.000 Zuschauern im Städtischen Stadion Nürnberg gegen die Red Barons Cologne.

1990 bis 1994 – Professionalisierung des deutschen American Football

Logo der World League of American Football
Zur Erweiterung der Marktpräsenz der US-amerikanischen Profiliga National Football League (NFL) fand im Rahmen des American-Bowl-Programms 1990 ein Preseason-Spiel im Berliner Olympiastadion statt. Die Los Angeles Rams (heute St. Louis Rams) besiegten die Kansas City Chiefs am 11. August 1990 im ausverkauften Stadion mit 19:3. Diese Begegnung war Teil der Werbestrategie für die World League of American Football (WLAF, englisch für American-Football-Weltliga), die von 1991 bis 1993 versuchsweise gestartet werden sollte, und ein Test für die generelle Akzeptanz des Footballsports in Deutschland. Schon seit 1986 hatten solche American-Bowl-Spiele im Londoner Wembley Stadium und seit 1989 im Tokyo Dome im japanischen Tokio stattgefunden; alle Spiele waren innerhalb sehr kurzer Zeit ausverkauft. Die World League of American Football, beziehungsweise später NFL Europe und NFL Europa, war ein Ableger der NFL. Sie sollte die Sportart in Europa populärer machen und als eine Art Minor League für die National Football League dienen. In der ersten Saison spielten die Frankfurt Galaxy als damals einzige deutsche Mannschaft in der WLAF. Die Galaxy hatte zu Heimspielen im Waldstadion durchschnittlich mehr als 30.000 Zuschauer. Da die amerikanischen Teams im Gegensatz zu den europäischen zu geringe Einnahmen und Zuschauerzahlen aufwiesen, wurde die Liga nach der Saison 1992 schon ein Jahr vor Auslauf der geplanten Testphase wieder eingestellt. Die American-Bowl-Serie wurde bis zur Reformierung der Liga fortgesetzt; die Minnesota Vikings schlugen die Buffalo Bills 1993 mit 20:6 und die New York Giants errangen einen 28:20-Sieg gegen die San Diego Chargers. Beide Spiele fanden im erneut ausverkauften Berliner Olympiastadion statt.

Seit 1991 gab es Bestrebungen für eine professionelle Liga mit hauptsächlich europäischen Spielern. Aus diesem Anlass wurden 1992 die Hamburg Blue Devils gegründet, die das Aushängeschild einer von einem Fernsehsender organisierten Liga beziehungsweise Turnierreihe sein sollten. Daraus wurden die „Schweppes Cool Masters“, bei dem 1992 vier Mannschaften und 1993 zwölf Mannschaften im Hamburger Volksparkstadion (heute Imtech Arena) gegeneinander antraten. Die Blue Devils gewannen beide Turniere ohne eine Niederlage vor mehr als 10.000 Zuschauern. Im Anschluss an die beiden Turniere wurde die „Football League of Europe“ mit einem Etat von etwa fünf Millionen DM (etwa 2.550.000 €) gegründet, eine Liga aus acht europäischen Mannschaften. Die Organisatoren erwarteten einen Schnitt von 5000 Besuchern pro Heimspiel – dies konnten nur die Hamburg Blue Devils mit etwa 10.000 Zuschauern pro Spiel und die Great Britain Spartans mit einem Schnitt von 5000 erreichen. Die meisten anderen Mannschaften konnten spielten durchschnittlich lediglich vor einem Publikum von etwa 4.000 Personen. Das Endspiel um die Jim Thorpe Trophy gewannen die Stockholm Nordic Vikings im Volksparkstadion vor 18.000 Zuschauern gegen die Blue Devils, was die Zuschauererwartungen der Organisatoren um einige 1.000 Gäste übertraf. Die Blue Devils stiegen nach der Saison aus der Liga aus, um sich auf den Spielbetrieb zu orientieren. Danach zogen weitere zwei der drei noch verbleibenden Mannschaften zurück, weswegen 1995 nur noch die Frankfurt Knights als deutsches Team in der FLE übrig blieben.

Den deutschen Football dominierten weiterhin die Berlin Adler mit Quarterback Clifford Madison, die 1990 mit einem 50:38-Sieg gegen die Cologne Crocodiles ihre dritte German-Bowl-Trophäe errangen. Sie konnten in diesem Jahr als erste deutsche Mannschaft am Eurobowl, dem Finale der European Football League, teilnehmen. Von der großflächigen Promotion des American Bowl in Berlin konnten die Adler zusätzlich profitieren – die vielen Plakate, Radiowerbung und andere Maßnahmen zogen durchschnittlich fast doppelt so viele Zuschauer in die Stadien wie im Vorjahr. Im darauf folgenden Jahr siegten die Adler im Endspiel erneut gegen die Cologne Crocodiles und waren somit das erste Team, das dreimal in Folge am German Bowl teilnehmen konnte. Bis 1991 war die Bundesliga in vier Abteilungen – Nord, Süd, West und Ost – eingeteilt. Durch einen einstimmigen Beschluss des AFVD wurde sie in ihre heute Form mit zwei Abteilungen – Nord und Süd – gebracht. Zu dieser Zeit spielte Ralf Kleinmann, später einer der erfolgreichsten Kicker der NFL Europe, in Köln und schoss die meisten Field Goals der Liga. Nach diesem German Bowl endete die Hochphase der Adler allmählich und die Panther kamen wieder zur früheren Dominanz. So siegten sie mit einem jungen Team im German Bowl des Jahres 1992 mit 24:23 gegen die Munich Cowboys. Die Cowboys siegten ein Jahr später, während die Cologne Crocodiles zum dritten Mal in vier Jahren Vizemeister wurden. Zur Saison 1994 wurden sogenannte „Interconference Games“ eingeführt, bei denen eine Mannschaft der GFL-Nord- und eine Mannschaft der GFL-Süd-Abteilung gegeneinander antreten; zuvor trafen die Teams erst in den Play-offs auf Gegner der anderen Abteilung. Nach zweijähriger Endspielabsenz standen die Berlin Adler 1994 wieder gegen die Düsseldorf Panther im German Bowl und verloren mit 17:27 vor etwa 8.000 Zuschauern im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion.

1995 bis 2000 – Höhepunkt des deutschen Footballs
Im Jahr 1995 wurde die World League of American Football als „World League“ ohne US-amerikanische Teams, dafür mit Frankfurt Galaxy und Rhein Fire als deutsche Mannschaften, neugegründet. Im ersten Jahr konnte die Frankfurt Galaxy im Waldstadion lediglich einen Zuschauerschnitt von etwa 12.500 aufweisen, wobei Rhein Fire mit knapp 17.000 Zuschauern pro Spiel den höchsten Schnitt der Liga erreichen konnte. Die Galaxy hatte mit Ernie Stautner einen in Deutschland geborenen ehemaligen NFL-Spieler als Trainer und konnten so den World Bowl, das Endspiel der Liga, im Amsterdamer Olympiastadion mit 26:22 gegen die Amsterdam Admirals gewinnen. Durch die Fernsehübertragung vieler deutscher World-League-Spiele durch den Privatsender VOX kamen immer mehr Zuschauer in die Stadien der beiden deutschen Mannschaften.[28] Bereits ein Jahr später spielte die Galaxy wieder vor über 30.000 Zuschauern. Die Zuschauerzahlen von Heimspielen Rhein Fires im Rheinstadion stiegen bis ins Jahr 2000 auf durchschnittlich 34.628, was sie von den Zuschauerzahlen her zum Top-Team machte. Bei Spielen zwischen Rhein Fire und Frankfurt Galaxy, die Deutschland-Derby genannt wurden, waren die Stadien aufgrund der Rivalität der beiden Mannschaften regelmäßig bereits lange im Vorfeld ausverkauft. Im Jahr 1998 wurde die World League in „NFL Europe League“ beziehungsweise „NFL Europe“ (NFLE) umbenannt. Ein Jahr später wurde die Liga mit Berlin Thunder, die im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark spielten, um ein deutsches Team ergänzt. Für diese fielen die England Monarchs aus der Liga. Von 1995 bis zur Schließung der NFL Europe 2007 stand jedes Mal mindestens ein deutsches Team im World Bowl, die Galaxy viermal und Rhein Fire dreimal. 1995 und 1999 gewann Galaxy, 1998 und 2000 gewann Rhein Fire.

Die London Olympians laufen beim zweiten in Deutschland ausgetragenen Eurobowl in das Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion ein.
Im Jahr 1995 meldeten sich mit 189 Vereinen mehr Mannschaften als jemals zuvor für den Spielbetrieb. Die Hamburg Blue Devils wollten als erste Mannschaft direkt in die Erste Bundesliga aufgenommen werden, da sie ein Jahr zuvor bereits in der Football League of Europe spielten. Dies führte zu einem Konflikt zwischen AFVD und den Mannschaften der Bundesliga, die für eine Aufnahme der Blue Devils waren. Letztendlich konnten sich die Vereine durchsetzen und die Hamburger wurden aufgenommen, außerdem kam ein weiterer Verein dazu. Dadurch wurde die Liga von zehn auf zwölf Mannschaft aufgestockt. Die Blue Devils waren direkt erfolgreich und konnten ihren Zuschauerschnitt von 9.000 aus dem Vorjahr in der FLE halten. Lediglich die Braunschweig Lions konnten einen ähnlich hohen Schnitt aufweisen, der Ligadurchschnitt lag bei etwa 2.500. Der Grund für diese hohen Durchschnittszahlen in Hamburg und Braunschweig waren Auftritte von beispielsweise Herbert Grönemeyer, Den Fantastischen Vier und Nena im Stadion. Die Blue Devils spielten sich bis in den German Bowl und unterlagen den Düsseldorf Panthern mit 17:10 im Eintracht-Stadion Braunschweig vor über 12.000 Besuchern. Wegen des generell sportlich höheren Levels und durch die Popularität der neu eingestiegenen Blue Devils kamen wieder mehr Sponsoren in die höchste deutsche Football-Liga. Viele Vereine arbeiteten mit einem hohen sechs- bis niedrigem siebenstelligen Etat. Im selben Jahr gelang den Düsseldorf Panthern der erste deutsche Mannschaftserfolg in der European Football League (EFL). Im Eurobowl IX, dem Endspiel der European Football League, setzten sich die Panther mit 21:14 gegen den Titelverteidiger London Olympians durch. Das Spiel im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion (heute Mercedes-Benz Arena) wurde vor einer Kulisse von 20.000 Besuchern ausgetragen, was damals das meistbesuchte Spiel deutscher Teams in der Geschichte war. Bis zum Ende der Dekade folgten vier weitere Triumphe deutscher Mannschaften in der EFL. Die Hamburg Blue Devils errangen drei Titel in Folge, ehe sie sich im rein deutschen Endspiel 1999 den Braunschweig Lions geschlagen geben mussten. Von 1994 bis 1997 wurde der Eurobowl im Gottlieb-Daimler-Stadion ausgetragen, von 1998 bis 2000 im Volksparkstadion, dem Heimfeld der Hamburg Blue Devils.

Die Braunschweig Lions erreichten 1994 zum ersten Mal die Play-offs und konnten diese bis 2008 jedes Jahr erreichen. Zusammen mit den Hamburg Blue Devils dominierten sie die Liga – von 1995 bis 2000 stand mindestens eine der beiden Mannschaften im German Bowl, 1998 und 1999 fand ein Endspiel zwischen den Blue Devils und den Lions statt. Da die beiden Mannschaften die meisten Zuschauer aufweisen konnten, waren die Endspiele besser besucht als alle anderen Spiele zuvor. So sahen 1999 30.400 Zuschauer German Bowl XXI zwischen den Blue Devils und Lions im Hamburger Volksparkstadion. Dieser Wert wurde bis heute nicht übertroffen. Zur Saison 2001 übernahmen sich sowohl die Lions als auch die Blue Devils finanziell und mussten somit ihre Eintrittspreise erhöhen, womit die Zuschauerzahlen sanken. Die Lions gewannen dreimal, dabei zweimal gegen die Devils, die Hamburger gewannen lediglich 1996 mit 31:12 gegen die Düsseldorf Panther. Austragungsort für das Endspiel war 1995 und 2000 Braunschweig. Von 1996 bis 1999 waren die Blue Devils Veranstalter.

2001 bis 2007 – Wiederaufbau nach wirtschaftlichem Zusammenbruch[Bearbeiten] In der NFL Europe stiegen die Zuschauerzahlen der drei deutschen Mannschaften bis 2002 weiter, bis die Galaxy 2003 lediglich 23.000 Zuschauer pro Spiel aufweisen konnten, 10.000 weniger als im Vorjahr. Infolgedessen wurden 2004 die Barcelona Dragons durch die Cologne Centurions ersetzt. Die Centurions spielten im RheinEnergieStadion und spielten in ihrer ersten Saison vor durchschnittlich 12.000 Besuchern. Durch die Gründung einer Kölner Mannschaft nahmen die Zuschauerzahlen der Düsseldorfer Rhein Fire, die 2003 und 2004 aufgrund des Neubaus der LTU-Arena (heute Esprit-Arena) in der Gelsenkirchener Arena AufSchalke (heute Veltins-Arena) spielten, drastisch ab. Fire spielte vor nunmehr durchschnittlich etwa 22.000 Zuschauern, im Gegensatz zu den etwa 35.000 im vorherigen Jahr. 2005 wurde mit den Hamburg Sea Devils das letzte deutsche Team hinzugefügt. Zur Saison 2007 wurde die NFL Europe aufgrund von fünf deutschen Mannschaften in „NFL Europa“ umbenannt, nach der Saison wurde sie aufgrund von anderen Prioritäten seitens der National Football League, dem Geldgeber und Besitzer, eingestellt. Lediglich 2005 gewannen die Amsterdam Admirals den World Bowl, in den anderen Jahren gewann ein deutsches Team.

2008 bis heute – Nach der NFL Europa[Bearbeiten] Seit 2008 wird der German Bowl in der Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main ausgetragen und vom Deutschen Sportfernsehen (DSF) live im Fernsehen übertragen, außerdem schloss der AFVD weitere Verträge über Übertragungen beziehungsweise Zusammenfassungen von einigen Spielen mit dem DSF. Außerdem bewarb sich der deutsche Verband um die Ausrichtung der American-Football-Europameisterschaft für das Jahr 2010 und bekam diese von der European Federation of American Football (EFAF) zugesprochen. Mitten in der Saison 2009 wurde das Internet-TV-Projekt GFL-TV beziehungsweise Internet-Radio-Projekt GFL-Radio ins Leben gerufen, um eine regelmäßigere und überregionale Berichterstattung über die GFL und GFL2 bieten zu können.

In der Bundesliga dominierten wie in den Vorjahren die Braunschweig Lions, die zum zwölften Mal in den German Bowl einziehen konnten und diesen gegen die Kiel Baltic Hurricanes zum siebten Endspielsieg führen konnten. In der Commerzbank-Arena selbst waren mehr als 16.000 Zuschauer, die Liveübertragung des DSF verfolgten durchschnittlich 180.000 Zuseher, was einer Einschaltquote von 2,1 % in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen entsprach. Die Lions konnten in der Saison 2009 das erste Mal seit 1995 die Play-offs nicht erreichen – sie standen am Ende der Regular Season mit den Aufsteigern Assindia Cardinals auf dem letzten Platz, der den Einzug in die Play-offs garantiert. Aufgrund vom besseren Touchdown-Verhältnis der Essener zogen diese und nicht die Lions in den zweiten Teil der Saison ein. Im German Bowl standen am 3. Oktober 2009 die Berlin Adler und die Kiel Baltic Hurricanes, die den ersten Endspielerfolg in der Geschichte des Vereins feiern konnten. Die Kiel Baltic Hurricanes standen auch 2011 und 2012 im Endspiel, unterlagen hier aber dem Südmeister Schwäbisch Hall Unicorns. Im Endspiel 2013 verloren die Dresden Monarchs gegen die Lions aus Braunschweig 34:35 durch einen Fumble von Trevar Deed in aussichtsreicher Feldposition kurz vor Schluss. Es war die erste Teilnahme für die Dresdner und damit die erste für ein Team aus Ostdeutschland und der erste Titel für Braunschweig seit 2007. Im Jahre 2014 gelang Schwäbisch Hall erneut die Südmeisterschaft und im Halbfinale wurde Dresden bezwungen, so dass der Einzug ins Finale gegen Braunschweig gelang, die jedoch wie schon in der gesamten perfect season zuvor keine größeren Probleme hatten, das Spiel für sich zu entscheiden. Überragender Spieler war einmal mehr Quarterback Casey Therriault auf Seiten der Braunschweiger.

2009 wurde zum ersten Mal ein deutscher Spieler im NFL Draft ausgewählt, der das Footballspielen in Deutschland erlernt hat. Der Offensive Tackle Sebastian Vollmer, der in der Jugend bei den Düsseldorf Panthern und danach für die Houston Cougars College Football spielte, wurde in der zweiten Draftrunde an insgesamt 58. Stelle von den New England Patriots ausgewählt und schaffte es in den Kader der mehrmaligen Super-Bowl-Sieger. Dort spielt er als Reservespieler für Matt Light und Nick Kaczur und kam bereits in den ersten Spielen der Saison einige Spieleinsätze.